thomas, sauerland – germany

Nun leben wir schon fast neun Monate mit Corona. Neun Monate voller Fragen und natürlich auch voller Hoffnung. Begonnen hat es im März. Aufgrund meines Alters, ich zähle mittlerweile zur Risikogruppe, habe ich drei Wochen Zu Hause verbracht. Und obwohl ich meine Arbeit geliebt habe, empfand ich es doch schon nach einigen Tagen als ein Geschenk. Die meiste Zeit habe ich im Garten verbracht und genau in diesen Frühlingstagen gab es genug für mich zu tun. Noch nie fühlte ich mich so bewusst und intensiv mit meinem Garten verbunden. Wir sind zu einer Einheit zusammengewachsen. Kino, Theater und Restaurantbesuche haben mir nicht gefehlt. Mein Garten hat mir alles gegeben, was ich zum Glücklichsein brauchte. Mein erstes Hochbeet ist in dieser Zeit entstanden und den Sommer über konnte ich schon ernten und genießen. Was für eine Freude, wenn der Mangold so gut gedeiht und die Radieschen ganz frisch vor dem Frühstück geerntet werden können. Doch es gab auch Niederlagen und die Natur hat mich in meine Schranken gewiesen. Hier möchte ich nur die Schnecken erwähnen, die mir mehrmals meine Pflücksalate über Nacht geraubt haben. Meine Rosen und Stauden allerdings haben in diesem Sommer alles gegeben und ich habe viel Zeit mit ihnen verbringen können. Die selbst gesäten Einjährigen konnte ich durch meine Anwesenheit viel besser beobachten und betreuen. Prächtige Sommerbeete waren der Dank für meine Pflege. Die offene Gartenpforte „GARTENLUST IM SAUERLAND“, die ich in jedem Jahr organisiere, musste leider ausfallen. Abstandsregeln konnten wir nicht einhalten und der Aufwand in den einzelnen Gärten wäre zu groß gewesen. Dieser Gartentag hat nicht nur mir, sondern allen anderen Teilnehmern wirklich gefehlt. Ansonsten fühlte ich mich nicht einsam, ich hatte ja meinen Garten, mit dem ich viel Zeit verbracht habe. Und meine Familie nicht zu vergessen.

Seit August bin ich nun im Ruhestand und ich konnte mich während des Lockdowns schon ein wenig an den Zustand des Zuhauseseins gewöhnen. Nun kann ich noch mehr Zeit im Garten verbringen und bin so dankbar und glücklich, dass ich dieses Privileg habe und genießen kann. Die Welt da draußen spielt verrückt, mein Garten aber gibt mir in diesen Tagen Rückhalt und Geborgenheit.

Die Reisebeschränkungen durchqueren zwar meine Pläne, aber ich habe ja meinen Garten. Wie sagte schon Goethe : „Was hat ein Gärtner zu reisen? Ehre bringt´s ihm und Glück, wenn er sein Gärtchen versorgt.“

Thomas Vollmert

www.ein-garten-im-sauerland.de

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